„Christian Haake und Francisco Valenca Vaz“

2018 | Temporärer Raum, Vor dem Steintor 124, Bremen, DE

Im Mai 2018 stellte Francisco Valenca Vaz gemeinsam mit dem 25 Jahre älteren Bildhauer Christian Haake in einem leerstehenden Blumenladen in Bremen aus. Der ebenerdige Raum, der auch über ein mit Schaufenster zur Straße verfügt, beherbergte über mehr als dreißig Jahre lang den Laden eines Blumenhändlers. Die Spuren waren deutlich, Wände, Boden und Decke waren vernutzt, Wasserflecken, abgestoßene Kacheln und eigenwillige Lampen aus rund gebogenen Neonröhren erzählten die Geschichte dieses Ortes. Das verlassene Lokal war für sich bereits eine Art Bild. Valenca Vaz und sein Künstlerkollege hatte diesen Ort entdeckt und beschlossen, dass es lohnt, ihn auszustellen. Ein Kunstwerk ist zunächst ein ästhetischer Gegenstand, aber nicht jeder ästhetische Gegenstand ist ein Kunstwerk. Zum Kunstwerk wird ein Ort wie der verlassene Blumenladen erst, indem Künstler wie Valenca Vaz ihn auswählen zum Kunstwerk erklären. Das Ladenlokal weist mit seinen verschmierten Schaufensterscheiben, den abgetretenen Bodenplatten und den feuchten Wänden einige Momente auf, die für das malerische Werk von Valenca Vaz eine zentrale Rolle spielen. In seinen Bildern könnten solche Entsprechungen zu diesem wirklichen Ort, die halb durchscheinenden Farbflächen oder das Spiel mit der Andeutung von Raumtiefe sein. So entstand zwischen der ausgestellten Malerei und dem ausgestellten Ort ein eigenartiges Wechselverhältnis, bei dem vor allem die Malerei auf bestimmte Eigenschaften des Raumes verwies. Valenca Vaz hat nur wenige eigene Arbeiten im Raum platziert, dieser sollte sichtbar bleiben. Insgesamt waren es drei Bilder: zwei kleine Formate mit den präpositionalen Titeln „Einklammern“ und „Eingliedern“, sowie ein aus drei Leinwänden mit Scharnieren zu einem Paravue montiertes Raumbild mit dem Titel „Archäologische Einbettung“. Während die Bildinstallation ganz direkt ein Verkaufsmöbel imitiert und so auf die Geschichte des Ausstellungsortes verweist, spielen die beiden kleinen Leinwände mehr zufällig mit den Gegebenheiten des Raumes, in dem in ihnen Architektur und Organik ins Verhältnis zu einander gesetzt wird – der Verkaufsraum und seine Vernutzung. – Radek Krolczyk.

Archäologische Einbettung N2 | 2018 | Öl auf Leinwand
80 x 60 cm | Privatsammlung

o.T | 2018 | Acryl auf Leinwand
40 x 30 cm | Privatsammlung